Aviationscout Blog
Airlines unter Druck
Der Luftverkehrsmarkt in Europa ist in Bewegung. Wachsende Belastungen durch die Finanzkrise, höhere Spritpreise und zusätzliche Abgaben machen sich in dem heiß umkämpften europäischen Markt immer mehr bemerkbar.
Zudem drängen Lowcost Carrier, sowie Carrier aus dem Osten und Asien aggressiv auf dem Markt und schaffen zusätzliche Herausforderungen.Der Wettbewerb wird eindeutig über Preis und Qualität, aber auch zunehmend über die Flughafen Infrastruktur geführt. Ziel sind hier die Umsteiger im Kurz und Mittelstreckensegment.Während Air Berlin trudelt und zwischenzeitlich auch nach einem Investor sucht hat Lufthansa daraus bereits die ersten Konsequenzen gezogen. CEO Franz hat seiner Airline neben einem Investitionsstopp bereits ein drastisches Kostensenkungsprogramm verordnet. Effizienz vor Umsatz lautet das Motto. So wird hier auch erstmals über den Einsatz von Leiharbeitnehmern im Bereich des Bordpersonals nachgedacht. Ziel ist es Lohn - und Altersversorgungskosten zu senken und lokale Kostenvorteile stärker zu Gunsten einer verbesserten Profitabilität zu nutzen.
Im Bereich der Kurz und Langstreckenverkehre soll mit attraktiven Angeboten, insbesondere in Richtung der Golf Airlines entgegengesteuert werden.
Der Ausbau der Flughafen Infrastrukturen spielt hier ebenfalls eine immer größere Rolle. Während man sich hier in Deutschland sich mit Flughafenprojekten weiterhin schwer tut, rüsten andere Länder auf. Nach Dubai rückt nun auch die Türkei zur Konkurrenz auf.
Während wir in München noch über die Notwendigkeit einer dritten Bahn diskutieren, erfolgt in Istanbul derzeit mit einem deutlich luftfahrtfreundlichen Umfeld in Rekordzeit der Bau eines neuen dritten Flughafens mit einer Kapazität mit 100 Millionen Passagieren.Auch vor dem Hintergrund der starken Entwicklung der Türkish Airlines in den letzten Jahren, mit deutlich niedrigeren Produktionskosten, werden erhebliche Auswirkungen auch auf den Luftverkehr in Deutschland und die Umsteigerverkehre spürbar werden.
Es bleibt abzuwarten, wie sich der Markt diesbezüglich weiter entwickeln wird. Eines ist klar, einfach wird es für alle Beteiligten nicht werden und es würde mich nicht wundern, wenn an der Seite der Air Berlin gar ein türkischer Investor erscheint.Lassen wir uns überraschen.

